Ankündigung des Dokumentartfilms „Tod in Teheran“ 2004 

Rund Schreiben

Mit diesem Schreiben möchte ich den Dokumentartfilm „Tod in Teheran“ ankündigen, der von dem politischen Mord an meinen Eltern Dariush und Parwaneh Forouhar berichtet. Sie waren die ersten Opfer einer politisch  motivierten Mordserie im Herbst 1998 im Iran, die eine grosse Protestwelle innerhalb der iranischen Bevölkerung, aber auch im Ausland hervorgerufen hat.

Der Filmautor Thomas Giefer hatte meine Eltern wenige Wochen vor ihrem tragischen Tod interviewt und hat seitdem mit grosser Anteilnahme den Aufklärungsprozess, der am Machtapparat der Islamischen Republik gescheitert ist, mitverfolgt.

Der Film gibt Einblick in die Haltung, mit der sich das Ehepaar für demokratische Strukturen im Iran eingesetzt hat und zeigt die beiden im Licht ihrer tiefen Verbundenheit zueinander.

Vom heutigen Standpunkt aus finde ich ein solches Zeitdokument, das gegen Passivität und Vergessen angeht, besonders wichtig.

Jetzt, da die repressiven Methoden der Islamisten im Iran den Demokratisierungsprozess auf politischer Ebene blockieren und die aktuelle Kriegsbedrohung vom Zustand und der Problematik der iranischen Bevölkerung ablenkt, kann ein solcher Beitrag den Blick auf die demokratischen Visionen öffnen, die viele Menschen im Iran unter Einsatz ihres Lebens weiterverfolgen.

Meine letzte Reise in den Iran im November/Dezember 2004, die zum Anlass des sechsten Todestages meiner Eltern  stattfand, hat ein bedrückendes Bild der gesellschaftlichen Situation bei mir hinterlassen. Die Enttäuschung über den im Sande verlaufenden Reformprozess führt zu Resignation und Ratlosigkeit in grossen Teilen der Bevölkerung. Der zunehmende staatliche Terror, aber auch die Machtkämpfe innerhalb des Systems, zehren an den Kräften derjenigen, die auf Veränderung hinarbeiten. In einer solchen Situation ist eine internationale Unterstützung des Demokratisierungsprozesses im Iran unerlässlich.

 

Anbei sende ich Ihnen den Link zur Vorankündigung des Films „Tod in Teheran“ im Westdeutschen Rundfunk.

Mit Freundlichen Grüssen

Parastou Forouhar  

blog.parastou-forouhar.de                                                                                                                                       © Parastou Forouhar