Freitag  Photoarbeit. 2003.

Die große vierteilige Photoarbeit „Freitag“ zeigt den Ausschnitt eines schönen, schwarz in schwarz ornamentierten Tschadorstoffes. Ein Daumen und ein kleines Stück der Hand sind hautfarbig sichtbar die das Tuch halten. Der fließende Stoff mit den floralen Rankenmotiven sieht festlich und kostbar aus, Faltenwurf und Handbewegung sind aber nicht eindeutig. Ob es ein Zusammenhalten oder eine Bewegung ist, die den Stoff im nächsten Moment wegreißt, bleibt in der Schwebe.

In einer Kultur des Verbergens wächst die Bedeutung des Sichtbaren. Die vorzeigbaren Körperfragmente stehen symbolisch für alles, was nicht gezeigt und nicht gesagt werden darf. Das macht sie sprechend und vieldeutig.

Der islamische Freitag ist dem christlichen Sonntag ähnlich. Für viele ist es der arbeitsfreie Tag, an dem man sich der Familie widmet und sich schön anzieht. Es ist aber auch ein Tag an dem die für Islamisten wichtigen und oft langen Freitagsgebete und -predigten in der Moschee gehalten werden. Wo Moral und Ordnung verkündet und definiert werden, wo die Mullahs im Iran oftmals vor mehreren tausend Menschen sprechen und die Masse anschließend die ausgegeben Propagandaparolen skandieren. Rhythmisch, ekstatisch

Dr. Britta Schmitz - Tausend und eine Macht

Fotograf: Renate Schildheuer

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