Auf andere Weise (als bei der Arbeit Schrift Raum) verbinden sich Schrift und Raum in der Arbeit „Safari“. Schriftzeichen und Ornamente bedecken einen riesenhaften Sack. Der Titel verspricht Abenteuer, Wildnis und exotische Welten. Die Jagd führt jedoch ins Museum. Zeichen stehen gewöhnlich für etwas, hier aber können sie wieder nicht präzisiert werden, sie bleiben im Unbestimmten. Die Schrift verweist für die westlichen Betrachter nicht auf etwas anderes, sondern auf das Andere schlechthin, auf das undurchschaubar Fremde, für das auch der Orient steht. Visualisiert wird dieses Unergründliche, Verhüllte geradezu durch die ornamentreichen Tschadorstoffe, die in dem Sack vernäht sind. Der Sack ist somit buchstäblich ein Fremdkörper.
Gewöhnlich werden einige der Stoffe, aus denen der Sack genäht ist, für schiitische Trauerzeremonie verwendet. Es handelt sich um grellbunte Massenware, wie sie Forouhar auch für die Installation „Trauerfeier“ von 2003 verwendet. Ist man des Persischen mächtig, erkennt man die Totenklage um den schiitischen Märtyrer Imam Hossein. Zu lesen ist dann beispielsweise: „Dieser König ohne Armee begleitet von Tränen und
Trauer, die Wunden an seinem Körper sind zahlreicher als die Sterne am Himmel... Dieser Fisch, untergegangen im Meer von Blut, ist dein Hossein...“ Die Bedeutung bleibt im westlichen Kontext des Museums jedoch gewöhnlich verborgen. Was bleibt, ist der Farbenrausch und die Schwingungen der Schrift. Dass sie sich jedoch nicht in die vertraute Ordnung fügt, wird durch das Unförmige des Sackes betont.







