Der Titel „Tausendundein Tag“, situiertdas Geschehen in einen fernen Orient:
Wer denkt nicht sofort an die Märchen von „Tausendundeiner Nacht“? Allerdings
werden sie hier ans grelle Tageslicht gezerrt: Beansprucht die Folter doch,
„Wahrheiten“ ans Licht zu bringen. Bereits den Märchen ist eine von Gewalt
bestimmte Rahmenhandlung zugrunde gelegt. So lässt der König, betrogen durch
seine Ehefrau, gewöhnlich seine Bettgenossinnen nach einer Nacht töten, um sich
ihrer Treue gewiss zu sein. Allein Scheherazade gelingt es stets von Neuem
durch ihre List, dem Tod zu entgehen: Sie fesselt den König jede Nacht mit
spannenden Geschichten, die sie im Morgengrauen unvermittelt abbricht, so dass
der König neugierig wird und das Ende hören möchte. Was sich in der Nacht als
schöner Traum abspielt, der das Morgengrauen überdauert, wird in Forouhars Werk
zu einem „bösen Erwachen“, man wird desillusioniert. Medienbilder von
öffentlichen Hinrichtungen schieben sich mit einem Mal vor dieses Märchenland.
Alexandra Karentzos
Tausendundein Tag
Konstellation digitaler Zeichnungen, die als Tapeten-Muster, Daumenkinos, Animationen und Digitalprints gezeigt weden - Seit 2003