In grellen Neonfarben gedruckt auf schwarzem Untergrund überlagern sich auf dem Stoff Ornament und Kalligraphie zum typischen Phänomen der islamischen Kunst des „horror vacui“, das heißt der ganzen Füllung der Fläche durch Ornament und Bildelemente. Die Verse, die in der Landessprache Farsi geschrieben und gesprochen einen wellenartigen, ekstatischen Rhythmus haben, beziehen sich auf den Tod Hosseins. (Übersetzung)
Parastou Forouhar setzt die optisch animistische Wirkung der schönen Schrift in ihren Arbeiten ganz bewusst als auch als eine Art „Selbstverortung“ ein, ohne in die Falle des Exotischen zu treten, weil sie damit an den Überlagerungen der Kulturen anknüpft. Die orientalische „horror vacui“ Komponente verdichtet sich auch für den Nicht der Landessprache Farsi kundigen, zu einer fast erdrückenden Situation. Bildelemente wie Fatimahand, Minarette, Moscheekuppeln werden in Leerstellen eingefügt um die Mächtigkeit, Übermacht Allahs zu verdeutlichen. In der Installation verliert sich deshalb der dekorative Charakter und erinnert an die Lebensumstände seit der Revolution, wo die Durchdringung jeder Lebensmöglichkeit durch die islamische Scharia geregelt und bestimmt wird.
In der Installation „Trauerfeier“ setzt sie die kulturelle Stereotype des Orients visuell zwar vordergründig ein, durchbricht aber die falsche Lesbarkeit durch den banalen Gebrauchsgegenstand jeder Bürokratenkultur. Durch die absolute Strenge und Schlichtheit der Inszenierung kann sich der Betrachter assoziierend bewegen und leicht erkennen, daß das Ornamentale des Islam auch ein erkennbarer Ausdruck einer strengsten Gesetzlichkeit ist.
Durch die Körperlichkeit, die jedes einzelne Objekt der „Trauerfeier„ für sich besitzt und als Ensemble geradezu mächtig anschwillt, gehen der Schrecken und die Schönheit eine durchaus zynische Synthese ein.
Britta Schmitz - Tausend und ein Macht







