Vor einigen Tagen habe ich die Nachricht eines Einbruchs in meinem Elternhaus in Teheran erhalten. Die Person, die mir die Nachricht überbrachte, berichtet von aufgebrochenen Sicherheitsschlössern, gesägten Eisengittern an der Haustur, verwüsteten Räumen, leer geräumte Regale und Schränke, auf dem Boden liegende Bücher, Dokumente und Gegenstände.
Ich habe noch nicht das Geschehene gesehen. Aber die Bilder der Verwüstung und Plünderung dieses Hauses kenne ich aus den Jahren zuvor; Bilder die ein politisches Verbrechen bezeugen und sich nun wiederholen.
Im Jahre 1998, in der Nacht des 22. November, als die leblosen Körper von Dariush und Parvaneh Forouhar aus diesem Haus heraus getragen worden sind, haben die Sicherheitskräfte, unter dem Vorwand der Untersuchung des Tatorts, das Haus beschlagnahmt. Erst nach zehn Tagen und nachdem die Protestrufe laut geworden sind, wurde das Haus meinem Bruder und mir zurückgegeben. Als ich das Haus an dem Tag der Rückgabe betrat überwältigte mich der pochende Schmerz, der in diesem Ort pulsierte. Meine Schritte fühlten sich an, als würde ich die Wundmale eines großen mütterlichen Leibes berühren. Verwüstung und Plünderung zeigte sich offen und unverschämt. Auch an diesem Tag waren die Inhalte der Schränke und Regale herausgerissen worden und überall auf dem Boden lagen Papiere, Zeitungen, Bücher und persönliche Gegenstände meiner Eltern.
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